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26.08.2020

Wer Hunger hat, kann nicht warten!
Brasilienpartnerschaft in Coronazeiten

Wer Hunger hat, kann nicht warten! Brasilienpartnerschaft in CoronazeitenBei einem Treffen des Brasilien-Partnerschaftskreises der Pfarrei St. Antonius u. Bonifatius, erfuhren die Teilnehmer, wie extrem sich Hunger und Not in Zeiten der Corona-Pandemie in der armen Bevölkerung Brasiliens verschlimmern.

Der Geschäftsführer des „Aktionskreises Pater Beda“, Udo Lohoff, der den Partnerschaftskreis bei der Zusammenarbeit mit mehreren Projekten in Brasilien unterstützt, berichtete über die neuesten Entwicklungen in den Partnerprojekten der Pfarrei: Dem Straßenkinderprojekt „Turma do Flau“ in Recife und dem Kinder- und Jugendprojekt „ACRA“, in der Partnergemeinde Santo Antonio, in Campo Formoso im trockenen Nordosten Brasiliens. Mit beiden Projekten steht der Aktionskreis in ständiger Verbindung.

Zu Gast war auch Frei Wellington, Franziskanerpater, der mehrere Jahre in der Partnergemeinde in Campo Formoso als Gemeindeleitung tätig war, und kurzzeitig zu Besuch in Deutschland ist. Das Wiedersehen mit ihm war den Teilnehmern eine besondere Freude. Während der Zusammenarbeit und bei gegenseitigen Besuchen in Deutschland, bzw. Brasilien ist die Partnerschaft im Laufe der Jahre zu einer engen Freundschaft gewachsen. Zwar studiert Frei Wellington z. Zt. in Italien, wo er erst kürzlich eine 3-monatige Quarantäne in einem Kloster in Rom gesund überstand. Dennoch arbeitet er via Internet bei Videokonferenzen und Videotelefonaten weiterhin eng mit den brasilianischen Projekten und dem Aktionskreis zusammen.

Und dabei erfährt er von der dramatischen Situation in den Armenvierteln und den sozialen Projekten Brasiliens. Inzwischen gibt es offiziell mehr als 120.000 Corona-Tote. Die Dunkelziffer wird sehr viel höher liegen, denn die arme Bevölkerung hat wohl kaum Zugang zu Testungen oder gar medizinischer Versorgung. Die politisch Verantwortlichen um Präsident Bolsonaro kümmern sich nicht um sie.

Für die Ärmsten der Armen ist das Überleben in Brasilien schon in „Normalzeiten“ ein Leben am Limit. Sie kennen keine feste Arbeit, keine Sozial- oder Krankenversicherung, kein festes Einkommen, keine Lohnfortzahlung und kein Kurzarbeitergeld. Sie ernähren sich vom Fischfang oder sammeln Müll auf Deponien, waschen Autoscheiben an roten Ampeln. Doch im Lockdown müssen alle zu Hause bleiben, was und wo auch immer das sein soll. Damit erlischt die letzte Möglichkeit sich mit dem Lebensnotwendigsten zu versorgen. Hungernde Menschen stehen vor gefüllten Supermärkten und können sich nichts zu essen kaufen. Und in Zeiten der Schulschließungen entfallen auch die Schulspeisungen, häufig die einzige Mahlzeit des Tages für die Kinder. Sie leben unter Brücken oder in ärmlichen Hütten, oft mit vielen Personen auf engstem Raum, ohne fließendes Wasser. Maßnahmen wie Abstandhalten und häufiges Händewaschen zum Schutz vor einer Corona-Infektion sind für Sie keine Option.

Auch die Einrichtungen der Projekte in Recife und Campo Formoso, oft die einzige Anlaufmöglichkeit für in Not geratene Kinder und Jugendliche, können ihre Türen wegen Corona natürlich nicht öffnen.

Ein Hilferuf eines Mitarbeiters aus einem der sozialen Projekte in Brasilien gab den Anstoß zu einer Hilfsaktion. Er schilderte in einem Videoaufruf die Hungersnot der Menschen, der sie macht- und mittellos gegenüberstehen und bat um Unterstützung mit den Worten: „Wer Hunger hat, kann nicht warten“.

Der Aktionskreis Pater Beda startete einen Spendenaufruf für die Aktion „Cestas Basicas“ (Körbe mit Grundnahrungsmitteln). Für das gespendete Geld kaufen die Mitarbeiter der Partnerprojekte in Brasilien Grundnahrungs- und Lebensmittel und packen Pakete, die sie hungernden Familien zur Verfügung stellen. Sie stellen sie vor die Haustüren oder reichen sie durch die Fenster der Projekt-Gebäude. Sie bringen die Lebensmittel zu Familien, die auf Mülldeponien oder in Elendsvierteln leben. Die Not, der Hunger der Menschen ist groß. Noch immer entstehen vor den Türen der Projekte täglich lange Menschenschlangen. Kinder, Alte und Kranke bitten um Nahrungsmittel.

Udo Lohoff zeigte Filme und Fotos der Hilfsaktionen. Die Mitarbeiter der Projekte in Brasilien leisten großartige Arbeit unter sehr schweren Bedingungen. Sie brauchen unsere und Ihre Unterstützung. Der Gründer des Aktionskreises, Pater Beda, sagte einmal: „Das schwerste was Frauen tragen, sind leere Töpfe“. Wer helfen möchte, kann seine Spenden für das Projekt „Cestas Basicas“ entweder an den Verein für Christliches Engagement Holsterhausen-Dorf e.V. spenden (Bankverbindung…), oder
An den Aktionskreis Pater Beda (Spendenkonto: Darlehenskasse Münster,
IBAN: DE 51 400602650022444200, BIC: GENODEM1DKM, Stichwort: Cestas Basicas)
Ihre Spenden werden direkt an die Projekte in Brasilien weitergeleitet. Infos auch unter www.pater-beda.de

Für den Brasilien-Partnerschaftskreis St. Antonius u. Bonifatius,
Birgit Püthe