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Aktuelles

Aktuelle und ausführliche Informationen (Stand 23.9.2020) gibt es auf dieser Informationsseite.

Impuls zum Weltmissionssonntag

Liebe Schwestern und Brüder,

auf allen Kontinenten feiern heute die katholischen Gemeinden den Sonntag der Weltmission.
Wenn ich das Wort „Mission“ höre, denke ich unweigerlich an die Missionspraktiken der Kirche in der Vergangenheit.
Da wurde zum Teil mit Gewalt missioniert, ohne Rücksicht auf Verluste: Menschen wurde der christliche Glaube aufgezwungen, beziehungsweise übergestülpt, gewachsene Kulturen, ganze Völker wurden ausgelöscht.
Diese Praxis wurde dann an dem Wort Jesu im Evangelium festgemacht: „Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes „ (Mt 28,19).
Mission heißt Sendung. Auch heute sind wir als Christen in die Welt gesandt, um die Botschaft des Evangeliums zu verkünden. Daran gibt es wohl keinen Zweifel.
Der Apostel Paulus hat dies einmal sehr schön ausgedrückt, in dem er sagt:
„Wir sind Gesandte an Christi statt „
(Vgl 2 Kor 5, 20).
Die entscheidende Frage ist und bleibt, wie unsere Sendung heute aussehen kann. Für mich bedeutet das zu aller erst, das alles, was mit der Person Jesu und seiner Botschaft nicht in Einklang zu bringen ist, auch nicht Grundlage seiner Sendung sein kann.
Das Leitwort des diesjährigen Weltmissionssonntag lautet: „Selig, die Frieden stiften“ (Mt 5,9).
Wenn ich mir dazu die Lesungen des heutigen Sonntags ansehe, erschließt sich mir der Begriff Mission auf eine ganz neue Weise.
Im Evangelium lesen wir vom Doppelgebot der Gottes – und Nächstenliebe.
Dies ist keine Forderung Jesu, sondern ein Gebot, ein An – gebot, eine Einladung Gottes an alle Menschen: Gott von ganzem Herzen zu lieben und den Nächsten wie sich selbst.
In seiner neuesten Enzyklika „Fratelli tutti“, über die Geschwisterlichkeit und die soziale Freundschaft geht Papst Franziskus am Beginn auf eine Aussage des Heiligen Franz von Assisi ein. Dort heißt es:
„Fratelli tutti“, schrieb der heilige Franz von Assisi und wandte sich damit an alle Brüder und Schwestern, um ihnen eine dem Evangelium gemäße Lebensweise darzulegen. Von seinen Ratschlägen möchte ich den einen herausgreifen, mit der er zu seiner Liebe einlädt, die alle politischen und räumlichen Grenzen übersteigt. Er nennt hier den Menschen selig, der den anderen, „auch wenn er weit von ihm entfernt ist, genauso liebt und achtet, wie wenn er mit ihm zusammen wäre“. Mit diesen wenigen und einfachen Worten erklärte er das Wesentliche einer freund- schaftlichen Offenheit, die es erlaubt, jeden Menschen jenseits des eigenen Umfeldes und jenseits des Ortes in der Welt, wo er geboren ist und wo er wohnt, anzuerkennen, wertzuschätzen und zu lieben.“
Ich denke diese wenigen Worte greifen das auf, was Jesus unter Nächstenliebe versteht. Dies könnte eine gute Voraussetzung für die Sendung unserer Kirche in der Welt von heute sein. Sendung ist auch in unserem Pastoralplan ein Schlüsselbegriff.
Beim Lesen der Enzyklika habe ich viele Anregungen gefunden, die für unsere Gemeinden inspirierend sein können, wenn wir uns fragen, wie der Sendungsauftrag Jesu heute gelebt werden kann.

Gebet zum Schöpfer

Herr und Vater der Menschheit,
du hast alle Menschen mit gleicher Würde erschaffen.
Gieße den Geist der Geschwisterlichkeit in unsere Herzen ein.
Wecke in uns den Wunsch nach einer neuen Art der Begegnung,
nach Dialog, Gerechtigkeit und Frieden.
Sporne uns an, allerorts bessere Gesellschaften aufzubauen
und eine menschenwürdigere Welt
ohne Hunger und Armut,
ohne Gewalt und Krieg.
Gib, dass unser Herz sich
allen Völkern und Nationen der Erde öffne,
damit wir das Gute und Schöne erkennen,
das du in sie ein
gesät hast,
damit wir engere Beziehungen knüpfen
vereint in der Hoffnung und in gemeinsamen Zielen.
Amen
(aus der Enzyklika „Fratelli Tutti“)

Ihnen und Ihren Familien wünsche ich alles Gute, Gesundheit und Gottes Segen.
Ihr Pastor Peter Boßmann