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Sternsinger 2022

Am 8.1.2022 zogen die Sternsinger durch unsere Pfarrei.

Geistlicher Impuls

Aus dem Lukasevangelium
Schon viele haben es unternommen,
eine Erzählung über die Ereignisse abzufassen,
die sich unter uns erfüllt haben.
Dabei hielten sie sich an die Überlieferung derer, die von Anfang an Augenzeugen und Diener des Wortes waren.
Nun habe auch ich mich entschlossen,
nachdem ich allem von Beginn an sorgfältig nachgegangen bin, es für dich, hochverehrter Theóphilus, der Reihe nach aufzuschreiben.
So kannst du dich von der Zuverlässigkeit der Lehre überzeugen, in der du unterwiesen wurdest.
In jener Zeit kehrte Jesus, erfüllt von der Kraft des Geistes, nach Galiläa zurück. Und die Kunde von ihm verbreitete sich in der ganzen Gegend.
Er lehrte in den Synagogen und wurde von allen gepriesen.
So kam er auch nach Nazareth, wo er aufgewachsen war, und ging, wie gewohnt, am Sabbat in die Synagoge. Als er aufstand, um vorzulesen,
reichte man ihm die Buchrolle des Propheten Jesája. Er öffnete sie und fand die Stelle, wo geschrieben steht: Der Geist des Herrn ruht auf mir;
denn er hat mich gesalbt.
Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine frohe Botschaft bringe; damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde und den Blinden das
Augenlicht; damit ich die Zerschlagenen in Freiheit setze und ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe.
Dann schloss er die Buchrolle, gab sie dem Synagogendiener und setzte sich. Die Augen aller in der Synagoge waren auf ihn gerichtet.
Da begann er, ihnen darzulegen:
Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt.

Impuls

„Bist du von gestern‘?“ – wird man gefragt, wenn man etwas Aktuelles oder Neues nicht mitbekommen hat.

Sind Sie von gestern? – so könnte man auch uns Christen fragen oder so werden wir tatsächlich gefragt. Immerhin haben wir einen Glauben, der schon 2000 Jahre alt ist.

Der Evangelist Lukas befand sich in einer ähnlichen Situation. Er war auch einer, für den Jesus bereits Vergangenheit war.
„Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt.“ Mit diesem Wort – so berichtet uns Lukas – eröffnet Jesus seine Verkündigungstätigkeit in der Synagoge von Nazareth, nachdem er zuvor die Botschaft aus dem Buch des Propheten Jesaja verkündet hatte.

Das will nicht eine historische Erinnerung sein, sondern der Evangelist will der Gemeinde seiner Zeit die Gegenwartsbedeutung des Wirkens Jesu vor Augen führen.
Die Darstellung des Wirkens Jesu ist gerade für Lukas nicht Rückblick auf längst Vergangenes. Das Heute des Heils beginnt mit der Geburt Jesu und durchzieht sein ganzes Wirken.

„Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren“ – so lautet die Botschaft des Engels an Weihnachten.

„Heute ist diesem Haus Heil widerfahren“ – so spricht Jesus zum Zöllner Zachhäus.

„Heute wirst du mit mir im Paradies sein“ – so lautet das Wort Jesu, das er zu einem der beiden Verbrecher spricht, die mit ihm gekreuzigt wurden.

„Heute“ – das ist der Augenblick, da ich mich treffen lasse vom Anruf Jesu, von seiner Botschaft, von der Erfüllung, die von ihm ausgeht.

Das, was Lukas vor ca. 1900 Jahren schrieb, ist so aktuell wie damals. Die Frage lautet, ob es auch gehört wird, damit sich das Heute des Heils Gottes auch tatsächlich ereignen kann.

Zur Besinnung

Heute hat sich das Schriftwort erfüllt.
Jetzt finden die Worte aus den alten Schriften ihr Heute.
Jetzt spricht Gott zu uns durch sein Wort.
Wir Christen sind keine Archäologen, die in alten Zeiten verhaftet sind, wir sind auch keine Historiker, die sich dem Vergangenen mehr widmen als dem Gegenwärtigen.
Wir Christen sind geistes- und gottgegenwärtig. Wir glauben daran, dass Gott sich mit dem Heute verwebt,
sich mit dem menschlichen Leben unauflöslich verbindet.
Wir glauben daran, dass Gott uns durch die uralten Worte neu anspricht und anrührt.
Die Bibel ist kein Geschichtsbuch.
Sie ist ein Lebensbuch – immer aktuell.

Einen gesegneten Sonntag und eine gute kommende Woche wünscht Ihnen
Pastor Peter Boßmann